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Die Inzidenz und Prävalenz chronischer
Nierenerkrankungen, insbesondere der diabetischen und vaskulärer
Nephropathien, ist in letzter Zeit stark angestiegen. Patienten mit
eingeschränkter Nierenfunktion haben ein erhöhtes Risiko, eine terminale
Niereninsuffizienz zu entwickeln, vor allem aber kardiovaskuläre
Komplikationen zu erleiden und daran zu sterben. Zur Verbesserung der
Prognose dieser Patienten bedarf es in erster Linie einer rechtzeitigen
Diagnose der chronischen Niereninsuffizienz, die auf einer zuverlässigen
und einfachen Bestimmung der Nierenfunktion beruht.
Meistens werden Nierenerkrankungen erst viel zu spät
erkannt, da die Niere ein „leises Organ“ ist und sich Verschlechterungen
der Organfunktion nicht umgehend durch Schmerzen oder andere auffällige
Symptome bemerkbar machen. Das hat fatale Folgen: Stellt der Nephrologe
die Nierenerkrankung erst im Stadium der terminalen Niereninsuffizienz
fest, ist der Schaden meist nicht mehr zu beheben.
Laut Schätzungen der Gesellschaft für Nephrologie
hätte sich bei 15% der Dialysepatienten das Nierenversagen nicht
entwickeln müssen, und bei 30% - 40% der Dialysepatienten hätte man
durch die Früherkennung die Dialysepflicht zumindest um Jahre
hinausschieben können. Was das für das Gesundheitssystem bedeutet, wird
deutlich, wenn man die Kosten der Dialyse betrachtet.
Die Jahreskosten pro Patient belaufen sich auf etwa
30.000 €, und insgesamt nehmen damit die Dialysepatienten, die bislang
nur etwa 0,07% der Bevölkerung ausmachen (60.000 von 85 Mrd. – leider
mit stark steigender Tendenz), 1,3 % des gesamten Gesundheitsbudgets in
Anspruch (2 Mrd. Euro von 150 Mrd. Euro).
Welches Einsparungspotenzial somit in der
Frühdiagnostik liegt, wird durch das Zahlenspiel deutlich.
Nicht mit Geld aufzuwiegen ist jedoch das persönliche
Schicksal jedes einzelnen Betroffenen: Das Leben an der Dialyse ist ein
Leben mit starken Einschränkungen in der Lebensqualität und mit
drastisch verminderter Überlebenschance.
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Niereninsuffizienz (Brockhaus): „krankhafte Herabsetzung des
Nierenleistungsvermögens. Die Niereninsuffizienz führt zur Ansammlung
harnpflichtiger Substanzen, v.a. stickstoffhaltiger Endprodukte des
Proteinstoffwechsels, im Blut. Chronische Nierenerkrankung:
Liegt vor bei einer GFR von weniger als 60 ml/min/1,73m2 , über einen
Zeitraum von länger als 3 Monaten (Quelle: /3/)
Dies ist der Fall bei über 20 Mio (1 von 9) US-Amerikanern, weitere 20
Mio. sind Risikogruppen. (Quelle: /3/) |