Inulin-Clearance

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[Inulin-Clearance] [Kreatininbestimmung] [Krea-Clearance] [eGFR (MDRD)] [eGFR (Cystatin-C)]

Möglichst richtige Bestimmungen der glomerulären Filtrationsrate werden durch Clearancebestimmungen erhalten.

Der Begriff Clearance bezeichnet das Plasmavolumen, in welchem ein Marker während einer bestimmten Zeitdauer durch die Nieren filtriert wird. Ein idealer Marker sollte in konstanter

Menge im Körper vorhanden sein und im Glomerulus frei filtriert werden. Im Tubulus sollte der Marker weder absorbiert noch sezerniert werden und keine extrarenale Elimination erfahren. Deshalb lautet der Zusammenhang zwischen Clearance und GFR bei nicht idealen Markern wie bespielsweise Kreatinin: Clearance = GFR + tubuläre Sekretion

Die GFR kann nicht direkt gemessen werden, sonder muss als Clearance eines möglichst idealen Markers berechnet werden.

Als Goldstandard für die Bestimmung der GFR gilt Inulin. Die Durchführung einer Inulinclearance ist sehr aufwendig, so dass häufiger andere Marker (z.B. Isotopen wie I-Iothalamat, Cr-EDTA oder Kontrastmittel wie Iohexol) eingesetzt werden.

 

 

Inulin-Clearance

Der Gold-Standard für die Feststellung der Nierenfunktin ist die Durchführung einer Inulin-Clearance. Inulin ist ein disperses Polymer der Fruktose. Heute wird wegen der besseren Löslichkeit synthetisches Polyfruktosan (Inutest r) verwendet. Inulin erfüllt fast ideal die Anforderungen, die an eine Substanz gestellt werden müssen, um die glomeruläre

Filtrationsrate bestimmen zu können:

  • es kann ein konstanter Plasmaspiegel hergestellt werden,
  • die Substanz wird glomerulär frei filtriert,
  • tubulär wird sie nicht resorbiert, sezerniert bzw. metabolisiert.

Folgender Zusammenhang lässt sich beschreiben:

filtrierte Menge/Zeit = ausgeschiedene Menge/Zeit.

Da Menge/Zeit = (Volumen/Zeit) × Konzentration und die Konzentrationen eines frei

filtrierbaren Stoffes in Plasma (P) und Filtrat gleich groß sind, ergibt sich für Inulin (In) die Gleichung:

GFR × PIn [g/l] = VU/t × UIn

GFR = VU/t × UIn  / PIn  [ml/min]

wobei:

  • GFR in [ml/min],
  • VU das Urinvolumen in [ml],
  • t die Sammelzeit in [min] und
  • PIn die Inulin-Konzentrationen in Plasma  [g/l] sowie
  • UIn die Inulin-Konzentrationen in Urin [g/l]

sind. Für den idealen Stoff wie Inulin gilt:

Clearance = GFR

Die glomeruläre Filtrationsmenge beträgt täglich etwa 180 l. Umgerechnet auf die Minute und die Norm-Körperoberfläche von 1,73 m² ergibt sich der Normwert von 85 bis 135 ml/min pro 1,73 m². Die Clearance ist die Maßzahl für das virtuelle Plasmavolumen, das von einer Substanz in der Zeiteinheit vollständig befreit wird.

Die Bestimmung der Inulin-Clearance ist sehr aufwendig. Sie sezt einen i.v. Zugang und eine exakte i.v. Zufuhr der Testsubstanz voraus, um einen konstanten Plasmaspiegel zu erreichen. Die Urinsammelperiode muß genau eingehalten werden.

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Radioisotpen-Clearance

Zur Vereinfachung der Laboranalytik wurden Radioisotopenverfahren entwickelt, bei denen Substanzen mit ähnlichen Filtrationseigenschaften wie Inulin eingesetzt werden. Weiterhin wird das Verfahren eingesetzt zur seitendifferenten Nierenfunktionsprüfung. Das Verfahren wird hier nicht weiter beschrieben.

 
   
     

 


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Stand: 28.12.06.